Kontakt

Vielen Dank für Ihre Nachricht.

Wir werden uns umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen.

 
10.02.15

Janine Züger

Zur Bedeutung von Männern in Kindertagesstätten

 

Janine Züger ist ausgebildete Kleinkindererzieherin und absolvierte zusätzlich ein Studium in Sozialer Arbeit in Bern. Seit 2014 ist sie als Sozialarbeiterin und stellvertretende Betriebsleiterin in einer Kindertagesstätte tätig.

In Ihrem kürzlich im AV Akademikerverlag veröffentlichten Buch beschäftigt Sie sich mit der Frage, welche Bedeutung Männern in der frühkindlichen Erziehung zukommt.

  Titel im MoreBooks!-Shop

                                                                           

 Frau Züger, vielen Dank für das Interview. Ihr Buch Zur Bedeutung der Männer in Kindertagesstätten ist gerade im AV Akademikerverlag erschienen. Für wen ist das Buch grundsätzlich interessant?

Das Buch ist einerseits interessant für pädagogisches Fachpersonal, welches sich grundsätzlich mit Genderfragen in der frühkindlichen Erziehung auseinandersetzt, andererseits sicherlich auch für Eltern und alle anderen Erziehungsberechtigten.

 Sie sind selbst ausgebildete Kleinkindererzieherin, Sozialarbeiterin und in einer Kindertagesstätte beschäftigt. Was sind Ihre Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit männlichen Kollegen?

Bis jetzt durfte ich leider erst sehr wenige Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit männlichen Kollegen machen. Besonders positiv ist jedoch, dass ein großer Teil der Kinder die männlichen Kollegen von Anfang an sehr gerne mochte und beide Seiten die gemeinsame Zeit sehr genossen haben. Auch von den Eltern der zu betreuenden Kinder kam viel positives Feedback zu einem gemischten Team.

 Laut jüngster Medienberichte ist der Anteil männlicher Erzieher in Kindertagesstätten in den letzten Jahren kaum gestiegen. Sollten Ihrer Meinung nach mehr Männer in der frühkindlichen Erziehung beschäftigt werden?

Ich fände es grundsätzlich durchaus sinnvoll, mehr Männer im Bereich der frühkindlichen Erziehung zu beschäftigen.

Wichtig erscheint mir hierbei, sich zu überlegen, was von Männern, die im Bereich der frühkindlichen Erziehung tätig sind, erwartet wird. Es stellt sich unter anderem die Frage, welche Rolle sie denn übernehmen sollen, beziehungsweise ob erwartet wird, dass sie sich gleich wie die Frauen, welche in der frühkindlichen Erziehung tätig sind, verhalten. Oder ob die Erwartung die ist, dass sie sich eben wie Männer verhalten. Wenn man sich darüber im Klaren ist, dass Jungen als Männer sozialisiert werden und Mädchen als Frauen und folglich beide Geschlechter unterschiedlich erziehen und man sich dieser Unterschiede bewusst ist und diese anerkennt, dann glaube ich, dass ein höherer Männeranteil in der frühkindlichen Erziehung für die Kinder eine größere Vielfalt und ein Mehr an Chancen bietet und schlussendlich zu einer Bereicherung für die Kinder und alle an der Erziehung der Kinder beteiligten Personen wird.

 Warum haben Sie sich für diese Ausbildung und anschließend für das Studium der sozialen Arbeit entschieden? Und was war Ihr Traumberuf in Ihrer Kindheit?

Seit meinem 13. Lebensjahr habe ich regelmäßig als Babysitterin etwas Taschengeld verdient und dabei schnell gemerkt, wie viel Spaß es mir machte meine Zeit mit Kindern zu verbringen. Als ich dann etwas älter war, wurde mir schließlich bewusst, was es mit sich bringt, Kinder ein Stück auf ihrem Weg begleiten zu dürfen, sie etwas zu lehren und jeden Tag aufs Neue auch von ihnen zu lernen. Gemeinsam mit ihnen einen Teil der Welt und des Lebens zu entdecken, Schritt für Schritt vorwärts zu gehen und dabei zu spüren, wie viel Liebe, Freude und Vertrauen einem Kinder entgegenbringen, das waren die Hauptgründe für meine Berufswahl. Für das Studium der sozialen Arbeit habe ich mich entschieden, weil mir dies weitere Türen in andere Arbeitsbereiche mit Kindern und Jugendlichen - wie etwa die Arbeit in der sozialpädagogischen Familienbegleitung oder im Kinderschutz - öffnet. Beides sind Bereiche, die mich sehr interessieren und in welchen ich mir gut vorstellen kann, zu einem späteren Zeitpunkt zu arbeiten. In meiner Kindheit waren Kindergärtnerin und Kinderkrankenschwester meine Traumberufe.

 Was war Ihr schönstes oder außergewöhnlichstes Erlebnis in Ihrem Berufsleben?

Es mag simpel klingen, aber die schönsten und berührendsten Momente in meinem Berufsleben sind immer wieder die Momente, in denen Kinder zu mir kommen, mich fest umarmen und mir sagen, dass sie mich ganz fest lieb haben.

 Was hat Sie davon überzeugt, dass der AV der richtige Verlag für Sie ist?

Die Autorenbetreuung bei AV ist sehr gut. Ich war überrascht, wie schnell und unkompliziert beim AV alles abläuft. Meiner Autorenbetreuerin konnte ich jederzeit all meine Fragen stellen und wurde bei der Veröffentlichung meines Buches kompetent begleitet. Nennenswert finde ich auch, dass für mich als Autorin keine Kosten entstehen. Das Vorgehen ist jederzeit klar und transparent und die Zusammenarbeit war durchwegs positiv.

 Wird es ein weiteres Buch von Ihnen geben? Falls ja, über welches Themengebiet werden Sie schreiben und würden Sie eine erneute Zusammenarbeit mit uns in Erwägung ziehen?

Ich habe auf jeden Fall vor, in Zukunft ein weiteres Buch zu schreiben, jedoch steht das Themengebiet noch nicht fest. Über eine erneute Zusammenarbeit mit dem AV würde ich mich sehr freuen.

 Gibt es ein Buch (oder einen Autor), das Sie in Ihrem Leben besonders beeinflusst hat?

Die amerikanische Autorin Toni Morrison und der brasilianische Autor Paulo Coelho haben mich beeinflusst.

 Was ist das letzte Buch, das Sie gelesen haben? Welches Buch lesen Sie aktuell?

Das letzte Buch, das ich gelesen habe heißt „Untreue“ und ist von Paulo Coelho. Zurzeit lese ich gerade „ Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes.

 Welchen Rat würden Sie jungen Menschen, die sich für einen Beruf in der Kinderbetreuung entscheiden, mit auf den Weg geben?

Das absolut Wichtigste im Beruf der Kinderbetreuung sind die Kinder selbst. Sie sind unsere Zukunft und wir tragen eine enorm große Verantwortung, wenn wir sie betreuen. Sie sind auf uns angewiesen und im ungleichen Machtgefälle zwischen Kindern und Erwachsenen von uns abhängig. Deshalb möchte ich allen jungen Menschen, welche sich für einen Beruf in der Kinderbetreuung entscheiden und auch allen Menschen, welche schon längere Zeit in einem Beruf der Kinderbetreuung arbeiten mit auf ihren Weg geben, sich immer wieder zu fragen, ob sie wirklich mit ganzem Herzen bei den Kindern sind und ihren Beruf wirklich mit viel Herzblut ausüben. Falls einmal der Zeitpunkt kommt, an dem sie diese Fragen mit „Nein“ beantworten, wünsche ich ihnen den Mut und die Aufrichtigkeit, sich dies wirklich einzugestehen und den Kindern zuliebe einen anderen Weg einzuschlagen.