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14.08.14

Dr. Wolfgang Philipp Müller besucht Kinderheim der AGAPE-Stiftung

Dr. Wolfgang Philipp Müller besuchte kürzlich das Kinderhaus "Canaan" in Sercaia, Rumänien. Das in Siebenbürgen gelegene Kinderdorf ist ein Projekt der AGAPE-Stiftung, die bereits seit mehreren Jahren von unserem Verlagshaus unterstützt wird.

Die Geschichte der erfolgreichen Zusammenarbeit begann im Herbst 2010 in einem Flugzeug auf dem Weg von München nach Chișinău. Auf der Reise zur moldawischen Auslandsvertretung des Verlages saß Dr. Müller zufällig neben Rüdiger Frodermann, dem Geschäftsführer der AGAPE-Stiftung. Durch das gemeinsame Ziel neugierig geworden kam bald ein Gespräch zustande, in dessen Verlauf Dr. Müller vieles über die Hintergründe und Tätigkeiten der Stiftung erfuhr. Schnell war ihm klar, dass es sich hier um ein sinnvolles Projekt handelt, das er näher kennenlernen wollte. Schon am nächsten Tag wurde ein erstes Treffen im Kinderdorf verabredet – der Auftakt für eine langjährige Freundschaft und Kooperation.

 

Im Juli dieses Jahres besuchte Dr. Müller das Projekt erneut und durfte sich über einen herzlichen Empfang freuen.

 



 

Wiedersehen im Haus Jabbok

 

Alle Häuser des Heimes Canaan wurden nach biblischen Orten benannt. Der Name Jabbok wurde ganz bewusst für das erste behindertengerechte Wohnhaus des Heimes gewählt. Er nimmt Bezug auf eine Schlüsselszene der Jakobsgeschichte, den Kampf Jakobs am Fluss Jabbok. Denn die zentrale Aussage der Geschichte, dass der Mensch auch aus schwierigen Krisen gestärkt hervorgehen kann, erfuhren die Gründer des Heimes beim Bau des Hauses am eigenen Leibe: Trotz der anfänglich großen Widerstände von Behörden und Bevölkerung konnte das Heim schließlich erfolgreich etabliert und Vorurteile überwunden werden.


Dr. Müller mit Csaba und Aleksandra im Haus Jabbok (s. Bild links)

Produkte aus der Textilwerkstatt

Besonders beeindruckten Dr. Müller die vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten im Projekt. Die Holzwerkstatt, Weberei, Roll- und Fahrradwerkstatt, eine eigene Bäckerei und Gewächshäuser zum Gemüseanbau bilden die Basis für die Selbstversorgung und Förderung der Kinder und jungen Erwachsenen.
Claudia arbeitet in der Weberei. Sie kam mit 6 Jahren ins Haus Canaan.

 

 

 

 


Mihai und Anca arbeiten in der Werkstatt Genezareth.

Emilian arbeitet in der Textilwerkstatt, am liebsten näht er Teddybären.
 

Neben der physischen Versorgung legt AGAPE besonderen Wert auf die Förderung und pädagogische Betreuung der geistig Behinderten. Das Projekt betreibt einen eigenen Kindergarten, eine Sonderschule und zeichnet sich durch ein hochentwickeltes Autismusprogramm aus.
Die Mitarbeiter des Programmes werden regelmäßig nach den Richtlinien des in den USA entwickelten Autismusprogrammes TEACCH geschult.

Eine den Bedürfnissen von Autisten angepasste Betreuung kann nur gewährleisten, wer der besonderen Wahrnehmung von Autisten Rechnung trägt.

In Rüdiger Frodermanns Worten: „Stellen Sie sich vor, sie wachen morgens orientierungslos in einem dichten Dschungel auf. Was wir tun: Wir schaffen für den Autisten Orientierungspunkte. Das ganzheitliche Programm arbeitet mit Symbolen und findet in allen Lebensbereichen Anwendung, z.B. mit visuellen Tagesplänen.“(s. Bild rechts)


 

 

V.l.n.r: Rüdiger Frodermann (Geschäftsführer), Frau Madalina George (Pädagogische Leitung) und Dr. Anca Strimtu (Leitung Therapiezentrum). Herr Frodermann lebt jährlich sechs Monate in Rumänien, um das Projekt vor Ort zu betreuen. 

 

 

Die AGAPE-Stiftung

Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, geistig behinderten Kindern und jungen Erwachsenen in Rumänien und anderen osteuropäischen Ländern ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Noch in der Mitte der 90er Jahre litten viele Betroffene in den großen staatlichen Heimen unter körperlicher und seelischer Vernachlässigung. Zwar hat sich die Situation geistig behinderter Menschen in Rumänien seit dessen EU-Beitritt verbessert, jedoch bleibt die Lage behinderter Menschen in Osteuropa problematisch – oft mangelt es ihnen an Fürsorge und Unterstützung. Zentrale Elemente wie eine adäquate Schulbegleitung und behindertengerechte Sanitäreinrichtungen in Schulen stehen nach wie vor nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung.

AGAPE konnte bereits für viele Betroffene die hygienische und medizinische Grundversorgung sicherstellen. Die Kinder und Jugendlichen erhalten durch die Stiftung außerdem eine individuelle pädagogische und heilpädagogische Betreuung und Förderung.

Das langfristige Ziel der Stiftung ist es, eine Lobby aufzubauen und zu einem grundlegenden Umdenken in Bezug auf geistig Behinderte in der Region beizutragen. Vor allem die Eltern geistig behinderter Kinder sollen durch Aufklärung und Beratung dabei unterstützt werden, ihre Kinder stärker in die Familie zu integrieren: So könnte sich die wechselnde Betreuung in Tagesstätten und der Familie als Alternative zu einem dauerhaften Heimaufenthalt etablieren.

Erfahren Sie mehr über AGAPE: www.agape-kinder.de

 


Wir werden auch in Zukunft unsere Besuche im Projekt fortsetzen und freuen uns auf die weitere gemeinsame Zusammenarbeit!